Studenten Versicherung Versicherungen für Studenten
Studenten Versicherung

Krankenversicherung

In der Praxis

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (u.U. auch darüber hinaus) ist man als Student in vielen Fällen über die Eltern (evtl. auch schon Ehegatten oder Lebenspartner) kostenfrei in der GKV familienversichert. Danach oder wenn keine Familienversicherung möglich ist, setzt regelmäßig bis zum Ende des 14. Fachsemesters bzw. bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung der Studierenden ein – eine Verlängerung oder sogar Befreiung (um sich bspw. privat krankenzuversichern) ist siehe unten evtl. möglich. Anschließend muss entweder eine freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung beantragt oder eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden, es sei denn, es besteht aufgrund einer anderen Vorschrift (bspw. als Beschäftigter) erneut Versicherungspflicht in der GKV.

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Versicherungspflicht

Grundsätzlich ist jede Person, und damit auch Studenten, mit Wohnsitz in der BRD seit dem 1.1.2009 verpflichtet, eine Absicherung im Krankheitsfall zu besitzen (lässt sich ausgehend vom § 193 Abs. 3 VVG ableiten).

Versicherungspflicht in der GKV

Für Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland eingeschrieben sind, ergibt sich laut § 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 SGB V eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder 30. Lebensjahres, unabhängig davon, ob sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der BRD haben (Stichwort: Auslandsaufenthalt!).

Die Begrenzung auf 14 Fachsemester bezieht sich immer nur auf einen Studiengang. Deshalb sind Fachsemester, die in unterschiedlichen Studiengängen zurückgelegt werden, nicht zusammenzurechnen. Urlaubssemester werden nicht mitgezählt. Bei der Aufnahme eines Aufbaustudiums (Masterstudiengang nach Bachelor) können erneut 14 Fachsemester berücksichtigt werden. Es gilt aber die Altersgrenze von 30 Jahren, es sei denn, eine Verlängerung über das 30. Lebensjahr hinaus kommt in Betracht (siehe unten).

Ausnahmen von der Versicherungspflicht in der GKV

Ein Studium an einer Universität der Bundeswehr oder an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung führt nicht zur Versicherungspflicht als Studierender in der GKV. Student/innen an diesen Hochschulen haben stattdessen Anspruch auf Beihilfe oder freie Heilfürsorge bzw. unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (Soldaten).

Teilnehmer/innen an studienvorbereitenden Sprachkursen oder Studienkollegs sind ebenso nicht in der GKV versicherungspflichtig, und zwar auch dann nicht, wenn für die Teilnahme an den Kursen eine Einschreibung an einer Hochschule erforderlich ist. Sie müssen sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern.

Keine Versicherungspflicht für Studierende (gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V) besteht weiterhin, wenn vorrangig eine andere Versicherungspflicht eintritt. Das gilt z.B. für die kostenfreie Familienversicherung, für Empfänger von Renten (wie Waisenrenten) oder Studierende, die hauptberuflich abhängig beschäftigt sind. Hauptberuflich selbständige Studenten sind gar nicht versicherungspflichtig in der GKV, müssen sich also freiwillig gesetzlich versichern oder privat absichern.

Befreiung von der Versicherungspflicht in der GKV

Studenten können sich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der studentischen, gesetzlichen Krankenversicherungspflicht von dieser befreien lassen, z.B. wenn sie sich privat krankenversichern möchten. Diese Entscheidung ist für die gesamte Studiendauer unwiderruflich. Der Befreiungsantrag ist an die Krankenkasse zu richten, die bei der Versicherungspflicht in der GKV zuständig wäre oder gewählt werden könnte.

Verlängerung der GKV Versicherungspflicht

Studenten nach Abschluss des 14. Fachsemesters oder nach Vollendung des 30. Lebensjahres sind nur versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungswegs, die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen.

Eine Verlängerung der Versicherungspflicht in der GKV auf Antrag ist z.B. bei folgenden Gründen möglich:

  • Erkrankung, Behinderung, Schwangerschaft, Kinderbetreuung
  • Nichtzulassung zur gewählten Ausbildung im Auswahlverfahren
  • gesetzliche Dienstpflicht und Dienstverpflichtung als Zeitsoldat
  • FSJ, FÖJ, BFD, Freiwilliger Wehrdienst u.ä. (bis zu 12 Monate)
  • erstmaliges Nichtbestehen einer Abschlussprüfung
  • Mitarbeit in Hochschulgremien

Die Krankenkasse entscheidet im Einzelfall über eine mögliche Verlängerung der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Am Ende der Versicherungspflicht in der GKV

Am Ende der Versicherungspflicht in der GKV sollten sich Studenten rechtzeitig um einen weiteren und damit ununterbrochenen Krankenversicherungsschutz kümmern, z.B. durch die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse oder eine private Krankenversicherung.

Familienversicherung

Die kostenfreie Familienversicherung können Studenten in Anspruch nehmen, so lange das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet ist und ein Elternteil, oder evtl. auch schon ein Ehegatte bzw. Lebenspartner, in der GKV beitragspflichtig (pflichtversichert oder freiwillig versichert) ist.

Bei Eltern von Studenten, die nicht beide Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind (z.B. ein Elternteil ist Mitglied, das andere ist als höherverdienender Arbeitnehmer, selbstständiger Unternehmer oder Beamter in der privaten Krankenversicherung versichert), ist als Student gegebenenfalls die Familienversicherung ausgeschlossen.

Die Möglichkeit der Familienversicherung verlängert sich über das 25. Lebensjahr hinaus um die Zeit des Wehr- oder Ersatzdienstes und seit Juli 2011 auch um Zeiten (höchstens 12 Monate) „durch den freiwilligen Wehrdienst nach Abschnitt 7 des Wehrpflichtgesetzes, einen Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Absatz 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes“ (§ 10 SGB V).

Zulässiges, monatliches Gesamteinkommen von Studenten

Ist der Student nebenher berufstätig, greift die Familienversicherung bis zu einem regelmäßigen, monatlichen Gesamteinkommen (dazu zählen bspw. auch Einnahmen aus Kapitalvermögen – wie Zinsen, Dividenden – oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung) von 385 Euro bzw. 450 Euro (bei einem Minijob). Eine Ausnahme besteht bei Einkünften aus einem studienbedingten Pflichtpraktikum oder in der vorlesungsfreien Zeit („Semesterferien“, Beschäftigung von vornherein nicht länger als 2 Monate).

Von den Bruttoeinnahmen sind die Werbungskosten abzuziehen. Bei nichtselbstständiger Tätigkeit (Beschäftigung) geschieht dies durch Abzug des Arbeitnehmerpauschbetrages von 1.000 € pro Kalenderjahr oder der tatsächlichen höheren Werbungskosten; bei Kapitalerträgen wird nur der Sparerpauschbetrag von 801 € pro Kalenderjahr abgezogen (höhere Werbungskosten können nicht abgezogen werden). BAföG und Unterhaltszahlungen der Eltern gelten bei dieser Studenten Krankenversicherung nicht als Einkommen.

Sobald die Einkommensgrenze überschritten wird, greift die studentische Pflichtversicherung (Krankenversicherung der Studenten (KVdS)) ein. Das ganze kann auch rückwirkend geschehen und in dem Fall mit einer ordentlichen Beitragsnachforderung verbunden sein!

Selbständig als Student und familienversichert?

Wer als Student selbständig ist, darf das nicht „hauptberuflich“ im Sinn der gesetzlichen Krankenversicherung sein, ansonsten kann die kostenfreie Familienversicherung nicht mehr genutzt werden. Dies ist bereits dann der Fall, wenn mindestens ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer (Arbeitsentgelt höher als 450 € im Monat) beschäftigt wird oder – ohne Arbeitnehmer – mehr als 18 Stunden in der Woche für die Tätigkeit aufgewendet werden.

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Krankenversicherung der Studenten (KVdS)

Einschließlich Pflegeversicherungsbeitrag liegt der Satz für die Krankenversicherung der Studenten (KVdS) seit 1.1.2013 bei 77,01 € (kinderlose Studenten ab 23: 78,50 €). Sollten die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben, so ist dieser auch von Studierenden zu zahlen. Im Gegensatz zur kostenfreien Familienversicherung gibt es hier keine Einkommensgrenzen, die beachtet werden müssen.

Unterhaltsberechtigte Angehörige, z.B. Ehepartner oder Kinder, sind kostenfrei mitversichert, sofern sie nicht selbst krankenversichert sind. Die Familienversicherung gibt es also auch bei der KVdS.

Genau wie bei der Familienversicherung steht auch die günstige Krankenversicherung der Studenten (KVdS) „hauptberuflich“ selbständig erwerbstätigen Studenten und Praktikanten laut § 5 Abs. 5 SGB V nicht zur Verfügung. Diese müssen sich für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung oder eine private Versicherung entscheiden.

Freiwillige GKV für Studenten

Wer als Student nicht mehr der Versicherungspflicht der GKV unterliegt, muss sich entweder privat oder weiterhin freiwillig gesetzlich krankenversichern. Der Beitragssatz liegt bei letzterem bei 14,9 % vom Bruttoeinkommen, mindestens aber bei 133,80 € pro Monat (Mindesteinkommensgrenze von 898 € / Monat). Dazu kommt noch der Beitrag für die Pflegeversicherung. Hier liegt der Beitragssatz seit dem 1.1.2013 bei 2,05 % (mind. 18,41 € / Monat) bzw. 2,3 % (Kinderlose über 23 Jahre, mind. 20,65 € / Monat). Somit liegt man immer über 150 € an Monatsbeiträgen für KV und PV.

Befindet man sich in der Studienabschlussphase, kann man u.U. noch einen reduzierten sechsmonatigen „Examenstarif“ oder „Übergangstarif“ nutzen. In diesem Fall liegen die Beiträge in der GKV bei 10,85 % vom Bruttoeinkommen, mindestens aber 97,43 € pro Monat (Mindesteinkommensgrenze von 898 € / Monat). Bei der Pflegeversicherung gilt der Beitragssatz aus dem vorherigen Absatz.

Wer als normaler Beschäftigter und nicht mehr als Student behandelt wird, profitiert davon, dass auch der Arbeitgeber Beiträge zur Krankenversicherung trägt. Selbständig erwerbstätige Studenten, die höchstens 20 Stunden die Woche arbeiten (und damit auch als ordentlich Studierender gelten), sollten ebenfalls eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung abschließen können (Mindestbeitrag wie genannt, bei höherem Gewinn entsprechend der Gewinn * Beitragsprozentsatz). Vorsicht: Als „normaler“ Selbstständiger (ohne Studentenstatus) ist eine höhere gesetzliche Mindestgrenze und damit auch Mindestbeitrag zugrunde zu legen.

Private Krankenversicherung für Studenten

Für Studenten ergeben sich einige Möglichkeiten und Zeitpunkte, um sich während des Studiums in der Privaten Krankenversicherung abzusichern.

Zum einen wäre dort der Studienbeginn, wo man sich im Regelfall aber zunächst von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen muss. Eine Ausnahme wäre es nur, wenn diese Versicherungspflicht gar nicht erst eintritt, bspw. weil man sein Studium erst mit 30+ Jahren beginnt. In jedem Fall muss man bei der Immatrikulation aber eine Bescheinigung über die Befreiung vorlegen.

Ein zweiter Zeitpunkt wäre der Wegfall der Familienversicherung in der GKV. Sofern dann Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung eintreten würde, muss man sich davon wiederum befreien lassen, ansonsten landet man automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung für Studierende.

Der andere Zeitpunkt wäre der, wenn die Versicherungspflicht in der GKV endet, z.B. nach Vollendung des 14. Fachsemesters oder mit Beginn des 30. Lebensjahres.

Die Entscheidung pro Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht sollte aber gut überlegt sein, denn sie ist für die gesamte Studienzeit unwiderrufbar. Nach dem Studium kommt man aus der PKV erst wieder raus, wenn in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherungspflicht eintritt (bspw. als Arbeitnehmer mit einem Brutto-Arbeitsengelt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze).

Erster Aspekt beim Abschluss einer PKV als Student sollte es nicht sein, Geld zu sparen. Das kann man sowieso vielleicht nur als „Beamtenkind“, so lange man beihilfeberechtigt ist (da man dann in der PKV nur eine Teilkostenversicherung benötigt) oder wenn die günstige gesetzliche Krankenversicherung für Studenten nicht mehr in Frage kommt und man sich freiwillig gesetzlich weiterversichern müsste… Wenn man sich aber bewusst für mehr Leistungen im Krankheitsfall und das System der Privaten Krankenversicherung entscheidet, ist das die bessere Überlegung.

BAföG: KV- und PV-Zuschlag

Für Studenten, die beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung – Familienversicherte sind damit, da kostenfrei mitversicht, also ausgeschlossen – oder einer privaten Krankenversicherung (voll-)versichert sind, erhöht sich der BAföG-Bedarfssatz um 62 € monatlich (KV-Zuschlag). In den Fällen einer privaten Teilversicherung erhöht sich der Bedarfssatz um die nachgewiesenen Kosten, bzw. um 9/10 davon, wenn die nachgewiesenen Kosten auch Wahlleistungen umfassen, höchstens aber ebenfalls um 62 €. Zur Abgeltung der Kosten für die Pflegeversicherung wird für beitragspflichtige Studenten ein Pflegeversicherungszuschlag von 11 € (PV-Zuschlag) geleistet. Insgesamt erhält man also einen Gesamtzuschlag in Höhe von max. 73 €.

Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse

Jeder Versicherte kann grundsätzlich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen frei wählen. Jedoch besteht eine Mindestmitgliedschaft von 18 Monaten bei einer Krankenkasse, um kündigen zu können. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate nach Ablauf des Monats, in dem die Kündigung bei der Krankenkasse eingegangen ist.

Erhebt oder erhöht die Krankenkasse Zusatzbeiträge, von denen auch Studenten betroffen sein können, besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Nutzt man als Mitglied der Krankenkasse einen Wahltarif mit erweiterten Konditionen, so verlängert sich in diesem Fall die Bindungs- bzw. Kündigungsfrist auf mindestens ein Jahr und maximal drei Jahre.

Ausländische Studenten & Krankenversicherung

Versicherungspflichtig in Deutschland sind übrigens auch ausländische Studenten. Selbst dann, wenn der Wohnsitz der betreffenden Gäste an den deutschen Unis weiterhin im Ausland festgelegt ist, sind sie verpflichtet, sich wahlweise in der gesetzlichen oder über eine private Krankenversicherung für Studenten gegen gesundheitliche Risiken abzusichern. Die Vorgaben für die Versicherungspflicht bei der Krankenversicherung für ausländische Studenten sind dieselben wie bei heimischen Immatrikulierten.

Auslandskrankenversicherung für Studenten

Abschließend ein paar Worte zum Thema „Auslandskrankenversicherung für Studenten„. Für Berufsanfänger in spe ist das Studentendasein die beste Phase im Leben, um etwas von der Welt zu sehen. Wer viel reist, darf jedoch die Auslandskrankenversicherung nicht vergessen. Für uneingeschränktes Reisen sind diese Policen nicht geschaffen. Meist ist der Versicherungsschutz für maximal 42 Tage im Jahr vorgesehen. Für längere Auslandsaufenthalte – etwa für ein Auslandssemester – muss eine gesonderte Krankenversicherung für Studenten abgeschlossen werden. In diesem wichtigen Bereich besteht der wohl größte Vergleichsbedarf. Denn nirgendwo sonst gehen die angebotenen Tarife so weit auseinander wie bei der Auslandskrankenversicherung für Studenten. Verstanden werden sollte diese besondere Versicherung als Ergänzung zur normalen Krankenversicherung, die zwar durchaus dank Auslandskrankenschein für medizinische Versorgung aufkommt. Spätestens jedoch im Falle notwendiger Rücktransporte entstehen schnell erhebliche Kosten, die ohne entsprechende Auslandskrankenversicherung aus eigener Tasche gezahlt werden müssen.

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